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Wiedergeboren aus Müll

Ein Kunstprojekt sensibilisiert syrische Jugendliche für Umwelt und Bürgerbeteiligung

Wenn Plastiktüten zu Salatschüsseln werden, dann ist Gerhard Bär in seinem Element. Zwei Wochen lang formte im Dezember 2010 mit syrischen
In dem Pilotprojekt im syrischen Damaskus verwandelten 30 syrische Jugendliche Plastikmüll zu Gebrauchskunst und wurden für Umweltfragen und Bürgerbeteiligung sensibilisiert. Der Projektansatz besitzt Beispielcharakter.
Jugendlichen in Damaskus Plastikmüll in Gebrauchskunst um. Bei dem von AgenZ konzipierten Pilotprojekt „Müll zu Kunst“ lernten die Teilnehmer viel über den Wert von Müll als Rohstoff. Zahlreiche Themen, von Auswirkungen auf den Tourismus über gesundheitliche Folgen des Abfalls bis hin zum Deutschlandbild in Syrien, wurden im Rahmen des Workshops gestreift.

„To rise like a phoenix“ – mit der Allegorie vom antiken Vogel, der verbrennt und aus der Asche wieder aufersteht, beschreibt Gerhard Bär den 30 Jugendlichen zum Auftakt des Workshops die Idee des Projekts. „Etwas kommt aus dem Nichts und wird etwas Neues“, so der deutsche Künstler. Ende letzten Jahres zogen er und die Jugendlichen durch die Gassen von Damaskus – auf der Suche nach Plastikmüll. Zur Verwunderung zuschauender Damaszener durchstöberten sie mit Leidenschaft wilde Müllkippen und lernten Kunststoffarten wie PE-HD und PE-LD zu unterscheiden. Ihre Fundstücke trugen sie in einer zur Werkstatt umfunktionierten Lagerhalle zusammen. Unter Anleitung von Bär gaben die Jugendlichen dem Plastikmüll eine neue Form und Funktion: Es entstanden Gefäße, Schüsseln und eine riesige Kugel, zu der jeder Teilnehmer ein individuell gestaltetes Teil beisteuerte.
 

In Zusammenarbeit mit der Altstadtkomponente des Stadtentwicklungs- programms Syrien strickte AgenZ ein flexibles Konzept rund um die künstlerische Aktion, mit dessen Hilfe die Jugendlichen für Umweltfragen und den Wert von Müll sensibilisiert wurden. Bei ihrem kreativen Schaffen wurden die gleichberechtigt zusammen arbeitenden jungen Männer und Frauen auch von einer Kamera begleitet. Das motivierte sie nicht nur zusätzlich, sondern ließ sie noch intensiver über den Wert von Rohstoffen, Bürgerbeteiligung und der Notwendigkeit von eigenverantwortlichem Handeln nachdenken. In der abschließenden öffentlichen Ausstellung der erschaffenen Objekte haben sich zahlreiche interessierte Bürger ein eigenes Bild von diesem ungewöhnlichen Projekt gemacht.

Natürlich fliegt auch der Phoenix im 21. Jahrhundert nicht mehr ohne Navigator. AgenZ hat seine Flugbahn deshalb vorausberechnet und frühzeitig eine Vielzahl von Partnern mit einbezogen. Nicht nur GIZ, das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) und das Altstadtdirektorat in Damaskus wirkten mit. Erstmals zogen auch die Syrian Environmental Association und das dem syrischen Kulturministerium zugehörige Adham Ismael Center an einem Strang. In Syrien ist es eher eine Seltenheit, dass staatliche und nicht-staatliche Organisationen zusammen arbeiten.

 

Video: Kunstprojekt in Syrien

Unsere Leistungen

  • Konzeptentwicklung (Adaption der von Gerhard Bär und Hartmut Knell entwickelten Technik zur Umwandlung von Kunststoffmüll zu Kunstobjekten, Fokussierung der Themen, nachhaltige Verankerung des Pilotprojekts)
  • Identifikation von möglichen internationalen Projektpartnern, auch über die Dauer des Pilotprojektes hinaus
  • Unterstützung bei Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Workshops

Mehr zum Thema

Abschlussbericht zum Workshop
> To rise like a phoenix (pdf)
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Zitat

„Dieses Projekt gibt jungen Leuten eine Gelegenheit, ihre kreativen Gedanken umzusetzen bei gleichzeitiger Breitenwirkung in die Bevölkerung.“

Dr. Andreas Reinicke, Deutscher Botschafter in Damaskus

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