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Wenn das Eis bricht

Erster deutsch-vietnamesischer Mediendialog in Berlin

„Wenn ein vietnamesischer Journalist auf mögliche Sicherheitsmängel in einem Chemiewerk hinweisen möchte, dann spricht er die Probleme eher
Beim ersten deutsch-vietnamesischen Mediendialog des Auswärtigen Amtes räumten deutsche und vietnamesische Umweltjournalisten mit so manchem Klischee auf. Ein offener Austausch in vertrauensvoller Atmosphäre und praxisnahe Elemente steigerten das Verständnis für die jeweils andere Medienwirklichkeit.
indirekt an und berichtet statt-dessen über einen Chemieunfall im Ausland“, weiht ein vietnamesischer Reporter seine deutschen Kollegen in die Arbeitsweise der vietnamesischen Presse ein. Kritische Medien-berichterstattung ist für Transfor-mation zwar ein wichtiger Baustein, in Vietnam jedoch ein heik-les Thema – Anlass genug für den ersten deutsch-vietnamesischen Mediendialog des Auswärtigen Amts.

Ziel des viertägigen interaktiven Austauschs zwischen vietnamesischen und deutschen Umweltjournalisten war es vor allem, mit gängigen Klischees und Vorurteilen aufzuräumen und die Unterschiede in der Medienberichterstattung beider Länder über Umweltschutz und Klimawandel zu betrachten und zu diskutieren. Denn allzu häufig reduzieren Medienbeobachter in Vietnam und in Deutschland die Rolle beider Länder in der globalen Klimadebatte auf die eines Opfers auf der einen und die des Verursachers auf der anderen Seite. Fachexperten zeichneten beim Mediendialog ein ausgewogeneres Bild; der intensive Austausch über journalistische Rahmenbedingungen in beiden Ländern führte ebenfalls zu mehr Verständnis für die andere Seite.

Richtig anschaulich wurde es auf einer Exkursion an die Ostseeküste. Zu ihrem großen Erstaunen konnten die vietnamesischen Gäste erfahren, wie in Mecklenburg-Vorpommern Wasserbüffel auf bislang brachliegenden Überflutungsgebieten gehalten werden können, ohne dass letztere ihren Zweck als Wasser- und CO2-Speicher verlieren. Praxisnah ging es auch bei der Diskussion der unterschiedlichen Herangehensweisen zu, mit denen Medienprofis aus Print, Hörfunk, Fernsehen und Online in beiden Ländern arbeiten. Exemplarisch durchexerziert wurde dies anhand einer Fernsehdokumentation über die – nicht unumstrittene – Pangasius-Fischzucht in Vietnam. Die Frage, wie das Thema im vietnamesischen Fernsehen behandelt werden würde, gab den deutschen Teilnehmern einen guten Eindruck, wie verschieden die vietnamesische Medienwirklichkeit doch von der deutschen ist.

Dies sind nur zwei Beispiele, wie AgenZ und die Deutsche Welle-Akademie durch die Kombination aus offenem Dialog in Kleingruppen und praxisnahen Elementen ein Format schufen, das die Ziele des Workshops erfüllte. „Sowohl bei den deutschen als auch bei den vietnamesischen Journalisten gelang es, gegenseitige Neugierde zu wecken“, so Jennifer Byron, die bei AgenZ für die Entwicklung des Veranstaltungsformats verantwortlich war. Der Wunsch der Teilnehmer, sich 2012 zu einem Rückspiel in Vietnam zu treffen, macht dies mehr als deutlich.

 

Mehr zum Thema

Website zum deutsch-vietnamesischen Mediendialog
> training.dw-world.de/ausbildung/...

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