Loya Jirga
Ein Meilenstein für die Zukunft Afghanistans
Nach 25 Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen in Afghanistan fand vom 11. bis 19. Juni 2002 in Kabul zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten
Eine vom Krieg zerstörte Infrastruktur, 3.000 Beteiligte und ein Budget von über 7 Millionen Euro: Die Planung und Durchführung der "Emergency Loya Jirga", der großen afghanischen Ratsversammlung im Jahr 2002 in Kabul, war eine besondere Herausforderung, bei der AgenZ ihre Einsatzbereitschaft und Flexibilität voll einbringen konnte. Mit Erfolg: Das Großereignis markierte einen Meilenstein in der Befriedung und Demokratisierung Afghanistans. Hamid Karzai wurde als Präsident bestätigt.
wieder eine große Ratsver-sammlung, die Loya Jirga, statt. Vertreter aller ethnischen und religiösen Gruppen Afghanistans wählten ein Staatsoberhaupt und bildeten eine Übergangsregierung. Ein Jahr später tagte die verfassungsgebende Ratsver-sammlung und verhandelte die neue afghanische Verfassung. Die Organisation beider Versamm-lungen übertrug das Entwick-lungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) GTZ AgenZ. Wenige Wochen Vorbereitungs-zeit mussten für die Organisation der Konferenz ausreichen. Für vergleichbare Konferenzen kalkuliert man sonst bis zu zwei Jahre.
Projektablauf
Angesichts des schwierigen politischen Umfelds und einer durch den Krieg ruinierten Infrastruktur war die Organisation der Loya Jirga eine große Herausforderung: Als Tagungsort diente das zerstörte Gelände des Polytechnikums der Universität von Kabul. Neben dem Instandsetzen der Infrastruktur mussten vielfältige Aufgaben in den Bereichen Logistik und Konferenzmanagement geplant, koordiniert und in der Umsetzung betreut werden. Rund 20 Mitarbeiter von GTZ und AgenZ aus den Bereichen Bau, Logistik, Personal- und Vertragswesen, Recht und Konferenzmanagement arbeiteten Tag und Nacht in der Frankfurter Zentrale und in Kabul, um das Projekt termingerecht zum Erfolg zu führen. Die Loya Jirga 2002 wurde als großer Schritt in Richtung eines demokratischen Afghanistans gesehen. Die knapp 1.700 Delegierten – insgesamt waren an der Loya Jirga über 3.000 Menschen beteiligt – wählten am 19. Juni 2002 Hamid Karzai zum Präsidenten der neuen Übergangsregierung. Nach der Loya Jirga markierte die verfassunggebende Ratsversammlung im Jahr 2003 einen weiteren Meilenstein der afghanischen Politik: 500 Delegierte einigten sich auf einen Kompromiss für die Verfassung Afghanistans.
Leistungen von GTZ und AgenZ
- Planung und Implementierung einer Infrastruktur für beide Konferenzen
- Bereitstellung angemessener Tagungsbedingungen
- Instandsetzung des Tagungsgeländes
- Bereitstellung der Infrastruktur, z. B. Wasserversorgung und -entsorgung
- Konferenztechnik und Logistik
- Akkreditierung und Registrierung von Delegierten, Personal und Gästen
- Bereitstellung von Unterkünften, Catering und medizinischer Versorgung
- Information und Kommunikation
- Einrichtung eines Pressezentrums mit Live-Übertragung
- Vertrags- und Personalmanagement
- Koordination aller organisatorischen, administrativen und sicherheitsrelevanten Aspekte
Ihr Ansprechpartner
Zitat
„Wir versuchen, möglichst viele Afghanen in Lohn und Brot zu bringen und die Materialien vor Ort zu beschaffen. So wirken wir wie ein lokales Wirtschafts- förderungsprogramm."
Andreas von Schumann, Leiter AgenZ
© Copyright by GIZ. Alle Rechte vorbehalten.